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Gestern, am 4. Dezember 2024, hat das Bundeskabinett die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) beschlossen. Diese Strategie markiert einen bedeutenden Schritt, um die deutsche Wirtschaft zukunftsfähig zu machen, den Verbrauch an Primärrohstoffen zu reduzieren und Umweltschäden zu minimieren. Doch warum ist dieser Beschluss so wichtig? Welche Maßnahmen stehen im Zentrum? Und wie kann die B2B-Plattform TRUSC einen Beitrag leisten? Dieser Blog-Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick.
Ausgangslage: Deutschlands Problem mit Primärrohstoffen
Der Abbau von Rohstoffen belastet die Umwelt massiv. Er zerstört natürliche Lebensräume, führt zu verschmutzten Böden und Gewässern, verursacht enorme CO₂-Emissionen und erfordert hohen Wasserverbrauch. In Deutschland wird ein erheblicher Teil der Treibhausgasemissionen durch die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen verursacht – rund 40 %. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 16 Tonnen liegt Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt und trägt damit eine besondere Verantwortung.
Die Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus wenigen, oft instabilen Ländern verschärft das Problem zusätzlich. Lieferengpässe und steigende Preise machen die deutsche Wirtschaft anfällig. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen im Umgang mit Elektroschrott, der bei ineffizienter Entsorgung wertvolle Ressourcen verschwendet. Eine Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft ist daher nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch notwendig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Was ist die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS)?
Die NKWS bündelt die Ziele und Maßnahmen der Bundesregierung, um die deutsche Wirtschaft auf eine zirkuläre Basis zu stellen. Ziel ist es, Stoffkreisläufe zu schließen, Abfälle zu vermeiden und die Wiederverwendung von Materialien zu fördern. Der Fokus liegt auf allen Stationen des Lebenszyklus eines Produkts: vom Design über die Herstellung und Nutzung bis hin zum Recycling.
Diese Strategie orientiert sich am Kreislaufwirtschaftsaktionsplan der Europäischen Union (EU) und hebt hervor, dass wirtschaftlicher Erfolg und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind. Effizient gestaltete Prozesse sparen Kosten, schonen Ressourcen und stärken die deutsche Wirtschaft langfristig.
Ziele der NKWS
Die NKWS definiert vier zentrale Ziele, um die Kreislaufwirtschaft in Deutschland voranzutreiben:
- Primärrohstoffverbrauch halbieren: Der Pro-Kopf-Rohstoffverbrauch soll bis 2045 auf 8 Tonnen pro Jahr reduziert werden – ein deutlicher Schritt gegenüber den heutigen 16 Tonnen.
- Stoffkreisläufe schließen: Der Anteil der wiederaufbereiteten Rohstoffe (Sekundärrohstoffe) soll bis 2030 verdoppelt werden.
- Unabhängigkeit von Rohstoffimporten stärken: Strategische Rohstoffe sollen verstärkt durch Recycling gedeckt werden.
- Abfall reduzieren: Die Abfallmenge pro Kopf soll bis 2030 um 10 % und bis 2045 um 20 % gegenüber 2020 gesenkt werden.
Diese ehrgeizigen Ziele sollen durch innovative Maßnahmen, wie digitale Produktpässe und verbesserte Recyclingstandards, erreicht werden.
Die Maßnahmen der NKWS im Detail
Digitalisierung vorantreiben: Der digitale Produktpass wird zentrale Informationen zu Materialien und Reparaturmöglichkeiten enthalten. Er soll bis 2030 für alle wichtigen Produktgruppen EU-weit verpflichtend sein, dafür setzt sich Deutschland ein.
Förderung des „Designs for Circularity“: Produkte sollen künftig so gestaltet werden, dass sie einfacher zu reparieren, langlebiger und am Ende ihres Lebenszyklus leichter zu recyceln sind. Dazu gehört der Einsatz von recycelbaren Materialien, die Vermeidung problematischer Stoffe und eine Konstruktion, die eine einfache Demontage ermöglicht. Einheitliche Standards, etwa für Akkus und Netzteile, sollen zudem den Austausch und die Reparatur erleichtern.
Stärkung der Wiederverwendung von Elektrogeräten: Gebrauchte und wiederaufbereitete Geräte sollen eine größere Rolle spielen. Um das Vertrauen in Second-Life-Produkte zu stärken, sollen Qualitätssiegel eingeführt werden, die Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Auswahl unterstützen. Gleichzeitig wird das Bewusstsein in der Gesellschaft durch Sammelaktionen und Informationskampagnen gestärkt, um die Verwertungsquoten weiter zu erhöhen.
Verbesserung der Kreislaufführung: Am Ende der Lebensdauer eines Geräts sollen wertvolle Ressourcen durch bessere getrennte Sammlung und hochwertiges Recycling erhalten bleiben. IT-Schrott und Elektroschrott müssen effizienter gesammelt, sortiert und verarbeitet werden, um wertvolle Rohstoffe im europäischen Kreislauf zu halten. Leicht zugängliche Sammelstellen und eine verstärkte Aufklärung der Verbraucherinnen und Verbraucher tragen ebenso dazu bei wie Maßnahmen gegen illegale Exporte.
Öffentliche Beschaffung als Treiber der Kreislaufwirtschaft: Die öffentliche Hand kann die Kreislaufwirtschaft durch ihre Beschaffungsstrategien maßgeblich voranbringen. Eine Überarbeitung der Beschaffungsleitlinien könnte dazu führen, dass gebrauchte und wiederaufbereitete Geräte bevorzugt werden. Gleichzeitig wird geprüft, wie Altgeräte gezielt zurück in den Kreislauf fließen können – etwa durch Spenden oder die Nutzung von Plattformen.
Folgen für Unternehmen
Die NKWS hat weitreichende Konsequenzen für Unternehmen. Sie müssen sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen, die vor allem Produktdesign, Rohstoffnutzung und Berichtspflichten betreffen. Unternehmen müssen langlebige, reparierbare und recycelbare Produkte anbieten. Verpflichtende Recyclingquoten und Mindestanteile von Sekundärrohstoffen könnten eingeführt werden.
Gleichzeitig erfordert der Umstieg auf Sekundärrohstoffe Anpassungen entlang der gesamten Lieferkette. Transparenz und Dokumentation spielen dabei eine wichtige Rolle, etwa durch Berichte über Rohstoffflüsse und Recyclingquoten. Unternehmens-Hardware effizient zu verwalten und IT-Schrott zirkulär einzusetzen, wird dabei zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Die Rolle von TRUSC: Ein wichtiger Partner für die Kreislaufwirtschaft
Mit der B2B-Plattform TRUSC leistet unser Portal einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der NKWS. Wir bieten eine digitale Lösung für Unternehmen, die alte Hardware nachhaltig entsorgen oder verkaufen möchten.
- Digitaler Produktpass: Die lückenlose Dokumentation und die standardisierten Prozesse auf unserer Plattform bilden bereits eine Grundlage für den digitalen Produktpass. Unternehmen erhalten alle Informationen zu ihrer Hardware und deren Entsorgungsprozesse und können diese transparent verwalten.
- Ressourcenschonung: Geräte, die über TRUSC wiederverwendet oder recycelt werden, tragen dazu bei, den Rohstoffverbrauch zu senken und Abfälle zu vermeiden.
- TRUSC als Nachhaltigkeitsplattform: TRUSC geht gezielt auf die in der NKWS geforderte Rolle der öffentlichen Beschaffung ein und bietet eine effiziente Lösung, um Altgeräte nachhaltig in den Kreislauf zurückzuführen. Durch unsere Plattform können Unternehmen und öffentliche Institutionen gebrauchte Hardware unkompliziert und sicher anbieten, damit diese entweder wiederaufbereitet oder nachhaltig recycelt wird.
Mit TRUSC unterstützen wir Unternehmen dabei, die Anforderungen der NKWS effizient umzusetzen und gleichzeitig Kosten zu sparen, Gesetze einzuhalten und ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Fazit: Ein Startschuss für den Wandel
Der gestrige Beschluss der NKWS ist ein entscheidender Schritt hin zu einer ressourcenschonenden und zukunftsfähigen Wirtschaft in Deutschland. Für Unternehmen ist die Kreislaufwirtschaft nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Chance, sich im Wettbewerb nachhaltig zu positionieren.
TRUSC steht bereit, Unternehmen auf diesem Weg zu unterstützen und gemeinsam an einer nachhaltigeren Zukunft zu arbeiten. Der Beschluss des Bundeskabinetts ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines notwendigen Transformationsprozesses – und wir freuen uns, ein Teil davon zu sein.
Quellen:
- BMUV, Dialog Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie: https://dialog-nkws.de/bmuv/de/home/informieren
- https://www.wwf.de/2024/november/wwf-fordert-kreislaufwirtschaftsstrategie-muss-startschuss-fuer-wandel-sein
- https://www.presseportal.de/pm/154982/5922465
- https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw39-de-kreislaufwirtschaft-1019776
- https://www.kreislaufwirtschaft-deutschland.de/kreislaufwirtschaftsstrategie/handlungsfelder/ikt-elektrogeraete